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Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums

Kinder der Sonne

Die artenreichen Kalkmagerrasen im Diemeltal bieten Raum für Pflanzen, die in der heutigen Agrarlandschaft keinen Platz mehr finden. Würde die Nutzung solcher Lebensräume durch Düngung und Pestizideinsatz intensiviert, so würden zum Beispiel bestimmte Bläulingsarten als erste unter den Tagfaltern verschwinden. Die Schmetterlinge sind also auch Indikatoren (Anzeiger) für Veränderungen innerhalb eines Lebensraums.

Viele Schmetterlinge sind auf besondere Pflanzen angewiesen. Während die Schmetterlinge selbst verschiedene Nektarpflanzen nutzen, so ist das Spektrum der Wirtspflanzen für den Nachwuchs sehr viel geringer. Für die Ablage der Eier und die Entwicklung der Raupen sind die unterschiedlichen Schmetterlinge an einzelne Pflanzen gebunden. Verschwinden diese Pflanzen durch Verbuschung oder durch intensivere Nutzung, verschwindet auch die Schmetterlingspopulation aus der Region. Daher ist die sanfte Beweidung mit Schafen und Ziegen so wichtig und wertvoll. Durch die Beweidung wird die Grasnarbe sehr kurz gehalten und der natürlichen Sukzession durch starkwüchsige Sträucher wie beispielsweise dem Schwarzdorn (Schlehe), der wilden Rose und der Brombeere wird Einhalt geboten.

(c) Fotos: Christiane Sasse

 

Der "Lebensabschnittsvertrag" zwischen Ameisen, Pflanzen und Bläulingen

Viele Bläulinge unter den Schmetterlingen sind myrmekophil, d.h. sie binden sich an Ameisen. Die Ameisen bauen zudem ihre Nester dort, wo die Wirtspflanze des Schmetterlings wächst. Diese besondere Beziehung gestaltet sich folgendermaßen am Beispiel des Kreuzenzian-Ameisenbläulings (Phengaris rebeli) :

Der Kreuzenzian-Ameisenbläuling legt seine Eier auf dem seltenen Kreuzenzian ab, wo sie sich zu Raupen entwickeln. Der Kreuzenzian ist also in erster Linie die Fraßpflanze für die Raupe. Zum Überwintern lassen sich die Raupen in das Nest der Ameisen fallen, wo sie aber nicht als Feinde betrachtet werden, da sie den Ameisen ein süßes Sekret zum Fressen abgeben. Als Gegenleistung schützen die Ameisen „ihre“ Raupen gegen Feinde wie beispielsweise parasitische Wespen. Wenn die Raupen sich soweit zum Schmetterling entwickelt haben und im Hochsommer schlüpfen, dann ist Eile geboten, denn jetzt werden sie in ihrer neuen Form als Eindringlinge entlarvt und angegriffen.

 
(c) Fotos: Christiane Sasse, Frank Grawe (Kreuzenzian-Ameisenbläuling rechts)

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Das gesamte Diemeltal von der Quelle in Usseln bis zur Mündung der Diemel in die Weser in Bad Karlshafen genießt das Prädikat »Prime Butterfly Area of Europe« (Europas wichtigste Schmetterlingsgebiete).

In Deutschland tragen lediglich 22 Gebiete diese Auszeichnung. Darunter ist das Diemeltal die einzige Region im norddeutschen Raum. Hier wurden bisher rund 100 Tagfalterarten nachgewiesen.

 

 

 

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